Pflegegradmanagement genau hingucken
Pflegegradmanagement: Richtig hinschauen lohn sich – und ist eigentlich kinderleicht.

Pflegegradmanagement – Warum die Pflegegrade stimmen sollten

Pflegegradmanagement ist wichtig. Sicherlich kennt Ihr das: Pflegekräfte fühlen sich überfordert, wissen nicht, wo ihnen der Kopf steht und laufen sich in einer Schicht die Hacken ab. Das Gefühl von Überforderung, Ohnmacht und der Menge an Aufgaben überschüttet einen. Viele Pflegekräfte, sowohl in der ambulanten, als auch in der stationären Pflege, gehen mit einem schlechten Gewissen nach Hause und können das Erlebte nicht einfach abstellen. Zu sehr denken sie daran, was sie noch alles hätten tun können oder sogar tun müssen. Nur leider reicht die Zeit nicht, da einfach zu wenig Personal da ist, um alles ohne schlechtes Gewissen – gewissenhaft – durchführen zu können.

Als Einrichtungsleitung verstehe ich das und kann viele Klagen durchaus nachvollziehen. Nur das Dilemma ist: Klagen bringt uns von der Sache her nicht weiter, sondern eher im Gegenteil. Alleiniges Klagen – ohne die Probleme konstruktiv anzugehen – macht es nur noch schlimmer. Zudem fördert es zunächst bei uns selbst und auch bei den anderen Mitarbeitern (falls man öffentlich jammert) den Frust und kann die Stimmung im Team deutlich senken.

Mir als Leitung einer Pflegeeinrichtung ist wichtig, dass jeder unserer Bewohnerinnen und Bewohner im richtigen Pflegegrad eingestuft ist. Denn dann weiß ich, dass ich die Ressourcen habe, um das Personal einzustellen, was ich anhand des Pflegegradmixes vorhalten muss. Denn: Das Gefühl von “zu viel Arbeit” oder “zu wenig Personal” ist ja meistens richtig. Nur stimmen in vielen Fällen die Pflegegrade nicht – und daher sind nicht mehr Stellen gegenfinanziert. Ein Teufelskreislauf beginnt.

“Pflegegrade haben nichts mit Personalschlüsseln zu tun.” – Mitarbeiter/innen des MDK sind auch nur Menschen

Pflegegradmanagement ist insbesondere in Zeiten knappen Personals wichtig. Denn auch wenn Mitarbeiter des MDK (Medizinischer Dient der Krankenkassen) immer wieder sagen, dass ihnen in der Schulung zur Einstufung vermittelt wird, dass die Pflegegrade nichts mit dem Personalschlüssel zu tun haben und “man sich nicht dadurch von den Pflegekräften unter Druck setzen lassen soll”, ist dies schlichtweg eine falsche Aussage.

Pflegegradmanagement: Pflegegrade sind entscheidend für das Budget – und für die Anzahl vorzuhaltender Stellen in der Pflege

Richtig ist, dass die Pflegegrade natürlich am Stellenschlüssel in der Pflege gekoppelt sind. Dazu gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Herangehensweisen. Eine sehr gute Übersicht findet Ihr auf der Internetseite von Michael Wipp.

Tipp: Nicht immer sollte man die Aussagen von MDK Mitarbeiter/innen ungefiltert übernehmen, sondern auch hier prüfen, ob die Aussagen stimmen.

Ein gezieltes Pflegegradmanagement ist mehr als “Komm wir machen mal ein paar Höherstufungen.” Nein – es setzt bereits vor der Aufnahme eines neuen Bewohners oder vor dem Unterschreiben eines Dienstleistungsvertrages in der ambulanten Pflege ein.

Kurs für Pflegefachkräfte zum Einstufungsmanagement in Vorbereitung

Derzeit arbeite ich an einem professionellem Kurs für Pflegefachkräfte, Pflegedienstleitungen und Einrichtungsleitungen zum Thema Pflegegradmanagement. Der Kurs bietet echt guten Content, damit Sie ihre Pflegegrade im Griff haben und der Pflegegradmix steigt.

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