Der Einstieg in die Pflege kann ganz plötzlich und unerwartet erfolgen. Vielleicht warst du vorgestern noch mit deinen Eltern Kaffee trinken, alles war in Ordnung, Eben hast du noch mit deinen Kindern einen Kuchen gebacken und jetzt erfährst du, dass dein Vater oder deine Mutter ins Krankenhaus eingewiesen wurde und möglicherweise pflegebedürftig sein wird. Vielleicht ist das ein Thema, womit sich die wenigsten wenn überhaupt nur am Rande auseinandergesetzt haben. Dies kann zu extremen Belastungen innerhalb der Familie führen und die Familiensituation total auf den Kopf stellen.Hier nun ein paar wichtige Tipps, was in den ersten 48 Stunden nach eintreten einer Pflegebedürftigkeit wirklich wichtig ist.

1.  Sprich mit dem gepflegten Angehörigen

Falls der Gesundheitszustand deines Angehörigen es zulässt, solltest du vor allem mit ihm direkt über seine Bedürfnisse und Vorstellungen sprechen. Normalerweise ist das selbstverständlich, aber die Erfahrung zeigt, dass in der Hektik der plötzlich neuen Situation dieser wichtige. Oft vergessen wird. Und eins sollte man definitiv vermeiden. Etwas über den Kopf der gepflegten Angehörigen hinweg zu entscheiden, um möglichst schnell Dinge zu klären.

2. Nimm Kontakt mit anderen Familienangehörigen und auch Freunden auf und informiere dich bei diesen

Dies ist wichtig, bevor du weitreichende Entscheidungen triffst. Tausche dich mit anderen Zugehörigen aus, Nicht nur weil diese ein Recht auf Information haben, sondern auch aus dem Grund, weil diese vielleicht noch weitere wichtige Informationen haben, die dir nicht selbst vorliegen. Besonders Fragen wie: was möchte der in Zukunft Pflegebedürftige, wie hat er vor gesorgt, welche Krankheitsgeschichte hat der pflegebedürftige und so weiter?

3. Sprich die nächsten Schritte mit anderen Zugehörigen ab

Falls deine Situation so ist, dass es mehrere zugehörige gibt, ist es wichtig, dass ihr euch über die nächsten Schritte abstimmt, damit Dinge nicht doppelt getan oder gar widersprechende Entscheidungen getroffen werden. Außerdem ist es wichtig, nicht alles alleine zu tun. Es ist einfacher, Aufgaben von Anfang an zu verteilen. Dies beugt auch einer Überforderung einzelner Personen vor.

4. Organisiere jetzt die wichtigsten Dinge

Da wo auch immer dein Angehöriger jetzt ist, er bekommt dort sicherlich erst einmal akut das allerwichtigste wie medizinische Versorgung, Pflege, essen und trinken. Aber hat er auch seine wichtigen Dinge, wie Wechsel Wäsche, Zahnprothese, Lese Brille oder sein Hörgerät dabei? Oder gibt es andere Dinge, die ihr Angehöriger jetzt gerne hätte?Diese Dinge solltest du ihn jetzt bringen.

5.  Prüfe, ob Dein Angehöriger eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung oder eine Patientenverfügung verfasst hat

Denn diese Informationen brauchst Du bereits sehr schnell, nämlich dann, Du weitere Informationen, zum Beispiel vom Krankenhaus, den behandelnden Ärzten oder des Pflegepersonals haben möchtest. Denn du wirst keine Auskunft bekommen, wenn Du keine Vollmacht hast. Darum frag Deinen Angehörigen, am besten schon vor dem eintreten einer Pflegebedürftigkeit, ob ein solches Dokument vorliegt. Falls die Person das nicht weiß, solltest Du schauen, wo die Person wichtige Dokumente aufbewahrt. Falls du von einer Vollmacht nichts weißt, könnte es auch sein, dass dein Angehöriger eine so genannte ZVR Karte vom zentralen Vorsorgeregister im Scheckkartenformat in der Brieftasche hat. Und nicht zuletzt kann auch das Amtsgericht oder die Betreuungsbehörde am Wohnort des Angehörigen befragt werden, ob dort entsprechende Vollmachten hinterlegt sind.

Bitte beachte: Wenn dein Angehöriger nicht in der Lage ist, dir die Zustimmung zu geben, zum Beispiel die Wohnung zu betreten, in seiner Brieftasche nach etwas zu suchen oder Post zu öffnen und du tust es aus der Situation heraus trotzdem, trittst Du damit unerlaubt in seine Privatsphäre ein. Du solltest Dir dieses unerlaubten Eindringens bewusst sein und am besten warten. Im Zweifelsfall solltest du bei Gericht anregen, dass Du oder eine andere Person zum Betreuer bestellt wird. Dies ist nicht nötig, wenn es eine entsprechende Vollmacht gibt.

6.  Informiere dich bei Ärzten oder bei betreuenden Personen.

Auch hier ist es wichtig, dass du eine Schweigepflichtentbindung Ihnen gegenüber vorlegen kannst. Oft ist diese in der Vorsorgevollmacht enthalten. Ganz wichtig: einen Anspruch auf Informationen hast Du ohne Schweigepflicht Entbindung nicht.

7. Wenn du berufstätig bist kannst du eine kurzfristige Arbeitsverhinderung beantragen

Einmalig kannst Du für einen – voraussichtlich – Pflegebedürftigen Angehörigen im unvorhergesehene Notfall bis zu zehn Arbeitstage kurzfristig frei nehmen, um, so steht es im Gesetz, „in einer akut aufgetretenen Pflegesituation eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder eine pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicher zu stellen“. Wichtig zu wissen: Diese zehn Tage können zwischen mehreren Angehörigen aufgeteilt werden und es gibt sie pro erkrankten Angehörigen nur einmal.

8. Informiere dich bei Experten

Eine erste wichtige Anlaufstelle ist sicherlich der so genannte Pflegestützpunkt. Diesen findest Du in der Regel vor Ort und den Kontakt findet man meistens über die Homepage deiner Stadt oder des Kreises. Eine weitere Möglichkeit bietet auch das Beratungstelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Diese Beratungsmöglichkeit erreichst du über 030 20179131

9. Ganz wichtig: Bleib ruhig und triff keine vorschnellen, überhasteten Entscheidungen

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen aller Hektik, die in den 48 ersten Stunden bestehen kann, solltest du ruhig bleiben. Triff, wenn möglich auch erst einmal keine weitreichenden Entscheidungen. Du wirst einige Zeit brauchen, um zu sehen was wirklich los ist und welche Perspektive es insgesamt in der Pflegesituation geben kann. Es könnte ja auch sein, dass es Deinem Angehörigen auch schnell wieder besser geht. Du kannst auch 2-3 Nächte drüber schlafen und darüber nachdenken, welche Modelle Du Dir in der Versorgung vorstellen kannst. Du wirst klarer sehen können, wenn sich der erste Schock oder Schreck etwas gelegt hat.

Mehr Informationen bekommst Du unter: https://pflege-hilfe-portal.de Buchung kostenloses 15 Minuten Erstberatungsgespräch: https://pflege-hilfe-portal.de/termin…

 

 

 

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